Häufig gestellte Fragen

Finden Sie Antworten auf Ihre Fragen zum Mietrecht!

Nein. Ein schriftlicher Mietvertrag ist wirksam, sobald beide Parteien, der Vermieter und der Mieter, unterzeichnet haben.
Möchten Sie den Vertrag dennoch vor Ende der Vertragslaufzeit kündigen, können Sie der Immobilienverwaltung allerdings einen zahlungsfähigen Nachmieter mit gutem Leumund vorschlagen, der bereit ist, den Vertrag zu den gleichen Konditionen zu übernehmen. Sie werden erst aus dem Vertrag entlassen, wenn der neue Mieter den Mietvertrag rechtsgültig unterschrieben hat oder wenn der Vermieter darauf verzichtet und Sie von Ihren vertraglichen Pflichten freistellt. Ein Nachmieter kann trotz aller mündlichen Zusicherungen im letzten Moment einen Rückzieher machen oder zahlungsunfähig sein. Bei Fragen ziehen Sie einen Juristen oder den Mieterverband zu Rate.

Ob ein Schreiben rechtzeitig verschickt wurde, hängt immer vom Datum ab, an dem es beim Vermieter eingeht.

Tipp: Denken Sie daran, dass Briefe per Einschreiben samstags nicht zugestellt werden und schicken Sie Ihr Schreiben frühestmöglich ab. Ein Einschreiben liegt 7 Tage zur Abholung bereit. Man muss also vorausplanen und seinen Brief so abschicken, dass er selbst nach weiteren 7 Tagen rechtzeitig beim Empfänger eingehen würde. Sollte das Kündigungsdatum auf einen Samstag, Sonntag oder Feiertag fallen, denken Sie ausserdem daran, dass Ihr Vermieter das Schreiben am Freitag davor oder am Vortrag des Feiertags erhalten muss. Am letzten Tag der Frist können Sie Ihr Kündigungsschreiben immer noch persönlich zur Immobilienverwaltung bringen, aber vergessen Sie nicht, sich den Empfang per Unterschrift bestätigen zu lassen.

Nein. Andernfalls müssen Sie mit einer Mahnung oder gar einer Vertragskündigung wegen Nichtzahlung des Mietzinses rechnen. Allerdings besteht die Möglichkeit, den zu zahlenden Mietzins auf einem Sonderkonto zu hinterlegen, von dem kein Geld ausgezahlt werden kann, solange die Reparaturen nicht durchgeführt wurden. Dieses Vorgehen unterliegt einem besonderen Verfahren mit sehr strengen rechtlichen Auflagen. Bei Fragen hierzu wenden Sie sich an Ihren Rechtsbeistand oder einen Mieterverband.

Ja. In der Schweiz kann jeder jederzeit aus welchem Grund auch immer eine Betreibung gegen eine andere Person einleiten, sollte diese einen bestimmten Betrag nicht gezahlt haben – ganz gleich, um welche Betragshöhe es sich handelt. Man muss nur die Kosten für die Zustellung des Zahlungsbefehls durch das Betreibungsamt zahlen. Nur bei Unternehmen ist es Usus, eine oder mehrere Zahlungsaufforderungen zu schicken, denn dadurch spart man sich auch die Kosten für die Einleitung einer Betreibung.

Achtung: In der Schweiz gilt der Mietvertrag als Schuldanerkennung. Dies ermöglicht dem Eigentümer im Falle der Nichtzahlung des Mietzinses eine schnelle Durchführung der einzelnen Schritte des Betreibungsverfahrens. Deshalb sollte man sich von einem Rechtanwalt, Juristen oder einem Mieter- und Mieterinnenverband beraten lassen, bevor man den Mietzins gegen etwas aufrechnet oder die Mietzinszahlung einstellt – ganz gleich, aus welchem Grund.

Ja, das dürfen Sie, vorausgesetzt, der Mietvertrag sieht kein diesbezügliches Verbot vor. Vor Ihrem Auszug am Ende des Mietvertrags müssen Sie die Löcher jedoch wieder sorgfältig verschliessen.

Nein. Der Mieter hat kein Vorrang vor anderen Kaufinteressenten, also kein Vorkaufsrecht (Vorrang beim Verkauf) und der Vermieter muss Sie nicht einmal darüber informieren, dass er plant, die Immobilie zu verkaufen.

Nein. Der Mietvertrag geht zum Zeitpunkt des Verkaufs automatisch auf den neuen Besitzer zu den gleichen Konditionen über.

Prinzipiell ja, aber Sie müssen den Vermieter vorab um eine schriftliche Erlaubnis bitten, um Ihre Wohnung untervermieten zu können. Hierfür müssen Sie ihm alle Informationen zukommen lassen, die er verlangt (Entwurf des Untermietvertrages und alle Unterlagen, die auch sonst für eine Wohnungsbewerbung vorgelegt werden müssen). Sollte der Vermieter die Untervermietung ablehnen, können Sie einen Anwalt oder einen Mieterverband zu Rate ziehen. Aber Achtung, als Hauptmieter sind Sie in jedem Fall weiterhin zur Einhaltung der gesamten Vertragspflichten dem Vermieter gegenüber angehalten und sind voll verantwortlich für die Handlungen des Untermieters (Mietzinszahlung, Schäden an der Wohnung, Verhalten im Gebäude).

Tipp: Bitten Sie Ihren Untermieter um eine Bescheinigung über den Abschluss einer Haftpflichtversicherung, bevor Sie den Untermietvertrag mit ihm unterzeichnen. Es ist ratsam, einen schriftlichen Vertrag abzuschliessen und eine Mietzinsgarantie zu veranlassen – entweder über eine Bankgarantie oder über eine Mietkaution ohne Bankdepot.

Nein. Wenn der Mieter einer Wohnung stirbt, gehen alle Rechte und Pflichten des Verstorbenen auf die Erben über. Die Erben treten folglich an die Stelle des verstorbenen Mieters im Mietvertrag. Wenn die Erben die Wohnung nicht behalten möchten, haben sie jedoch ein Sonderkündigungsrecht, das ihnen die Kündigung unter bestimmten Voraussetzungen ermöglicht. Doch Achtung, die Mietvertragskündigung muss in jedem Fall von allen Erben unterzeichnet werden oder von deren ordnungsgemäss bevollmächtigten Vertreter.

Tipp: Um den Mietvertrag schneller zu kündigen, haben die Erben die Möglichkeit, den Mietvertrag vorzeitig zu kündigen, wenn sie einen zahlungsfähigen Nachmieter mit gutem Leumund finden, der bereit ist, den Vertrag zu den gleichen Bedingungen zu übernehmen.

Ja, unter der Voraussetzung, dass man einen zahlungsfähigen Nachmieter mit gutem Leumund findet, der sich bereit erklärt, den Mietvertrag zu den gleichen Bedingungen zu übernehmen. Man sollte seinen Nachmieter sorgfältig aussuchen und dem Vermieter vorsichtshalber mehrere Kandidaten vorschlagen, denn es ist immer möglich, dass ein Bewerber im letzten Moment abspringt und den Vertrag nicht unterzeichnet oder nicht zahlen kann. Sollte der Bewerber jedoch abspringen, weil der Vermieter beschliesst, den Mietzins zu erhöhen oder die Vertragsbedingungen zu ändern, oder sollte der Vermieter den vorgeschlagenen Bewerber aus persönlichen Gründen ablehnen, so sind Sie nicht länger zur Zahlung des Mietzinses verpflichtet.

Nein. Der Mieter ist weiterhin an die Bedingungen und Kündigungsfristen im Mietvertrag gebunden, es sei denn, es wurde eine spezielle schriftliche Vereinbarung mit dem Vermieter getroffen.

Nein, nicht unbedingt. Sie sind nie dazu verpflichtet, ein Dokument zu unterzeichnen, denn wenn Sie es einmal unterzeichnet haben, dann sollten Sie dem Inhalt zustimmen. Doch wenn Sie sich weigern, das Protokoll zum Zustand der Unterkunft zu unterschreiben, ist der Vermieter genötigt, seine Rechte für die von ihm festgestellten Mängel, für die er Sie verantwortlich machen will, zu wahren

Die Lösung:

  1. Lassen Sie sich Zeit dabei, das Dokument vor der Unterzeichnung sorgfältig durchzulesen.
  2. o Nehmen Sie sich ruhig einen Stift zur Hand, um Anmerkungen oder Kommentare zu strittigen Punkten zu notieren (z. B. „strittig“; „schon bei unserem Einzug in diesem Zustand“; „normaler Gebrauch“; etc.) Seien Sie genau, denn dadurch können spätere Streitigkeiten über die Auslegung vermieden werden. Gehen Sie hier auch ruhig ins Detail.
  3. o Bitte wenden Sie sich an einen Anwalt oder Mieterverband, wenn es Fragen oder Meinungsverschiedenheiten gibt.

Wenn es kein schriftliches Protokoll zum Zustand der Wohnung beim Einzug gibt, dann muss der Vermieter bei Ihrem Auszug nachweisen, dass sich die Wohnung bei Ihrem Einzug in einem guten Zustand befand und dass der Mangel bei Ihrer Ankunft nicht vorhanden war.

Stellen Sie Fragen, falls Zweifel bestehen

Sollten Sie Zweifel oder Fragen haben, können Sie direkt beim Vermieter, bei der Immobilienverwaltung oder dem Mieterverband Ihres Kantons Rat einholen.